Normen & Vorschriften
DIN EN 14175 – Der Standard für Laborabzüge
Die DIN EN 14175 ist die maßgebliche europäische Norm für Bau, Prüfung und Betrieb von Laborabzügen. Wir erklären die wichtigsten Anforderungen und deren Bedeutung für Ihre Laborabzüge in Hamburg.
Die DIN EN 14175 ist die zentrale europäische Normenreihe für Laborabzüge. Sie definiert Anforderungen vom Bau über die Typprüfung bis zur wiederkehrenden Prüfung im Betrieb. Wer ein Labor betreibt, muss die Vorgaben dieser Norm kennen und einhalten.
Aufbau der DIN EN 14175
Die Norm ist in mehrere Teile gegliedert, die jeweils unterschiedliche Aspekte abdecken:
Teil 1: Begriffe
Definiert die grundlegenden Fachbegriffe und Nomenklatur rund um Laborabzüge. Schafft eine einheitliche Sprachbasis für Hersteller, Prüfer und Betreiber.
Teil 2: Anforderungen an Sicherheit und Leistungsfähigkeit
Legt die grundlegenden sicherheitstechnischen Anforderungen fest: Rückhaltevermögen, Robustheit der Konstruktion, Medienversorgung und elektrische Sicherheit.
Teil 3: Typprüfverfahren
Beschreibt die Prüfverfahren, die der Hersteller bei der Baumusterprüfung anwenden muss. Dazu gehören Rückhalteprüfungen mit Tracergas und Robustheitstests.
Teil 4: Vor-Ort-Prüfverfahren
Der für Betreiber wichtigste Teil: definiert die Prüfverfahren für die wiederkehrende Prüfung am Aufstellungsort. Hier sind Volumenstrommessung und Sichtprüfung geregelt.
Teil 5: Installationsempfehlungen
Gibt Hinweise für die korrekte Installation und Einbindung in die Raumlufttechnik. Eine fehlerhafte Installation kann die Schutzwirkung erheblich beeinträchtigen.
Teil 6: Abzüge mit variablem Volumenstrom
Behandelt die Besonderheiten von VAV-Abzügen (Variable Air Volume), die heute in modernen Laboren Standard sind.
Die Vor-Ort-Prüfung nach DIN EN 14175-4
Für den Laborbetreiber ist Teil 4 der Norm die zentrale Referenz. Sie definiert, welche Prüfungen regelmäßig am installierten Abzug durchzuführen sind und welche Messverfahren dabei angewendet werden müssen:
Volumenstrommessung
Der Abluftvolumenstrom wird an einem definierten Punkt im Abluftkanal gemessen. Die Norm gibt Toleranzbereiche vor, innerhalb derer der Volumenstrom liegen muss. Die Messung erfolgt mit kalibrierten Instrumenten wie Flügelradanemometern, Hitzdrahtanemometern oder Balgengeräten.
Einströmgeschwindigkeit
Die Luftgeschwindigkeit an der Arbeitsöffnung wird an mehreren Messpunkten in einem definierten Raster erfasst. Die Norm gibt vor, dass der Mittelwert aller Messungen im Sollbereich liegen muss und keine Einzelwerte kritisch abweichen dürfen.
Sichtprüfung und Funktionskontrolle
Neben den Messungen schreibt die Norm eine vollständige Sichtprüfung aller sicherheitsrelevanten Bauteile vor: Frontscheibe, Scheibenführung, Dichtungen, Innenraumauskleidung, Beleuchtung und die Anzeige- und Alarmfunktionen der Strömungsüberwachung.
Warum ist die Einhaltung der DIN EN 14175 entscheidend?
Die Norm ist nicht nur eine technische Richtlinie, sondern hat rechtliche Relevanz. Die TRGS 526 verweist direkt auf die DIN EN 14175. Bei der jährlichen Prüfung müssen die in Teil 4 beschriebenen Verfahren angewendet werden. Ein Prüfprotokoll, das nicht nach den Vorgaben der DIN EN 14175 erstellt wurde, ist juristisch nicht belastbar und kann im Schadensfall nicht als Nachweis einer ordnungsgemäßen Prüfung dienen.
Verhältnis zwischen DIN EN 14175 und TRGS 526
Während die DIN EN 14175 die technische Seite abdeckt – also das „Wie" der Prüfung – adressiert die TRGS 526 die organisatorische Seite. Sie legt fest, wer prüfen muss, in welchen Abständen und welche Dokumentationspflichten bestehen. Beide Regelwerke ergänzen sich und müssen gemeinsam betrachtet werden.
Für Laborabzüge in Hamburg gelten die europäische Norm und die nationalen technischen Regeln gleichermaßen. Eine Prüfung nur nach einem der beiden Regelwerke ist nicht ausreichend.
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