Spezialabzüge
Digestorien in Hamburg prüfen lassen
Digestorien sind besonders beanspruchte Laborabzüge, die eine spezifische Prüfung erfordern. Wir helfen bei der Vermittlung eines qualifizierten Prüfbetriebs mit der nötigen Fachkenntnis für Digestorien.
Digestorien – auch als Aufschlussabzüge oder Nassaufschlussabzüge bezeichnet – sind eine spezielle Form von Laborabzügen für Arbeiten mit besonders aggressiven Chemikalien wie konzentrierten Säuren. Ihre Prüfung stellt besondere Anforderungen an den Sachkundigen und die einzusetzenden Prüfmittel.
Was unterscheidet Digestorien von Standard-Laborabzügen?
Digestorien sind für chemische Aufschlussverfahren konzipiert, bei denen Probenmaterial mit starken Säuren und anderen aggressiven Reagenzien unter hohen Temperaturen behandelt wird. Daraus ergeben sich spezifische Anforderungen:
- Säurebeständige Materialien: Die Innenverkleidung besteht aus speziellen Werkstoffen wie Keramik, PVDF oder PTFE-beschichteten Oberflächen, die auch konzentrierten Säuren widerstehen.
- Integrierte Abluftwäscher: Viele Digestorien verfügen über eingebaute Wäscher zur Neutralisation der aggressiven Abluft vor der Ableitung ins Kanalsystem. Diese müssen gesondert geprüft werden.
- Höhere Volumenströme: Durch die thermische Belastung und die intensive Dampfentwicklung sind oft höhere Abluftraten erforderlich als bei Standard-Abzügen.
- Separate Medienversorgung: Digestorien haben häufig Anschlüsse für Kühlwasser, Vakuum und spezielle Gase, die ebenfalls zu prüfen sind.
Besonderheiten der Digestorien-Prüfung
Die Prüfung von Digestorien folgt den gleichen normativen Grundlagen wie die Prüfung anderer Laborabzüge – DIN EN 14175 und TRGS 526 –, jedoch mit zusätzlichen Prüfpunkten:
Prüfung der Abluftwäscher
Falls das Digestorium über einen integrierten Abluftwäscher verfügt, muss dieser gesondert geprüft werden. Der Wäscher muss funktionsfähig sein und die Waschflüssigkeit muss regelmäßig gewechselt werden. Defekte oder unzureichend gewartete Wäscher können die Abluftanlage beschädigen und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.
Materialprüfung
Der Sachkundige prüft die innere Auskleidung des Digestoriums auf Anzeichen von chemischem Angriff. Risse, Verfärbungen oder Ablösungen der Beschichtung weisen auf Materialversagen hin und müssen dokumentiert werden. Bei fortgeschrittener Korrosion kann das Digestorium undicht werden und muss ggf. instandgesetzt oder ersetzt werden.
Höhere Prüffrequenz
Aufgrund der besonders aggressiven Bedingungen im Digestorium kann in der Praxis eine höhere Prüffrequenz als das jährliche Mindestintervall sinnvoll sein. Viele Laborbetreiber lassen ihre Digestorien halbjährlich prüfen. Ob ein verkürztes Intervall erforderlich ist, muss im Einzelfall auf Basis der Gefährdungsbeurteilung entschieden werden.
Typische Einsatzbereiche von Digestorien
Kjeldahl-Aufschlüsse
Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl mit konzentrierter Schwefelsäure bei hohen Temperaturen. Einer der häufigsten Einsatzzwecke für Digestorien in der Analytik.
Metallaufschlüsse
Aufschluss von Metallproben mit Königswasser, Flusssäure oder Perchlorsäure. Extrem aggressive Bedingungen, die besonderen Korrosionsschutz erfordern.
Mikrowellenaufschlüsse
Druckaufschlüsse in geschlossenen Gefäßen mit Mikrowellenunterstützung. Das Digestorium dient hier als zusätzliche Sicherheitsbarriere.
Umweltanalytik
Aufschlüsse von Boden-, Wasser- und Abfallproben für die Schwermetall- und Elementanalytik.
Benötigen Sie eine fachkundige Prüfung Ihrer Digestorien in Hamburg?
Prüfung anfragen